Schloss Einstein Flurfunk

SCHLOSS EINSTEIN SEARCH

OFFIZIELLE WEBSEITE

Montag, 24. Februar 2014

800.Folge "Schloss Einstein": 1200 Kinder wollen aufs Schloss Einstein

Die Berliner Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom Samstag, den 22.Februar 2014, über die Castings bei Schloss Einstein und das Jubiläum.

Nummer 1105 ist nur ein bisschen aufgeregt. Mit sechs anderen Kindern und Jugendlichen sitzt er in einem Raum auf dem Studiogelände des Kinderkanals, kurz Kika, in Erfurt. Gleich soll ihr Casting für die neue Staffel von „Schloss Einstein“ beginnen, aber Nummer 1115 fehlt. Tobias Schulz, den hier aber alle nur Tobi nennen und der die Kinder durch das Casting führt, geht 1115 suchen und kehrt mit einem blonden Mädchen zurück. Dann kann es endlich losgehen. 

An diesem Sonnabend feiert der Kika die 800. Folge von „Schloss Einstein“ mit einem Special. Vor mehr als 15 Jahren, ganz genau am 4. September 1998, lief die erste Folge. Seitdem erzählt die wöchentliche Serie die großen und kleinen Dramen der Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums und des dazugehörigen Internats. Zurzeit läuft die 17. Staffel, die in diesem Jahr mit der Folge 818 endet. Damit ist „Schloss Einstein“, Kenner sagen SE, die erfolgreichste und am längsten ausgestrahlte Kinder- und Jugendserie im deutschen Fernsehen. 

Und damit das noch ein bisschen so weitergeht, beginnen im April die Dreharbeiten zur nunmehr 18. Staffel. Dafür werden jetzt sieben neue Hauptdarsteller gesucht – der Grund für den Massenandrang auf dem Kika-Gelände im Westen von Erfurt. Insgesamt 1200 Kinder und Jugendliche sind zu den zweiwöchigen Castings gekommen, die jüngsten gerade mal elf, die ältesten über 18 Jahre. 

Nummer 1105 ist zwölf und kommt aus Berlin. Doch auch aus Hamburg und Bayern und sogar aus den Niederlande, Österreich und aus der Schweiz sind einige gekommen. „Natürlich ist das für uns zunächst einmal ein Riesenkompliment“, sagt die Produzentin Yvonne Abele. Es ist aber auch, und das sagt sie aus Höflichkeit nicht, ein gehöriger Aufwand. 

Weil sich so viele Kinder gemeldet haben oder einfach so zum Casting gekommen sind, mussten Extratermine gefunden werden. Trotzdem reichte die Zeit nicht. An manchen Tagen liefen die Castings bis abends um halb zehn, obwohl um 15 Uhr eigentlich Schluss sein sollte. „Wir wollten ja auch keine wegschicken, also haben wir einfach weitergemacht“, sagt Nils Dettmann. Er ist einer der Regisseure der Serie, jetzt lässt er die Kinder bei den Castings einige Improvisationen vor laufender Kamera machen. „Stell dir vor, du hast endlich ein Pferd bekommen“, sagt er zu einem etwa 14-jährigen Mädchen. „Zeig mal, wie du dich freust.“ Es folgen noch einige Rollenspiele, in denen die Kinder in unterschiedlichen Situationen agieren sollen. Und dann ist auch schon die nächste Gruppe dran. Auffällig ist, wie viele Jugendliche zum Casting gekommen sind. Das zeigt, dass „Schloss Einstein“ nicht nur für Kinder gemacht, sondern auch von den Älteren angenommen wird. „Wir haben schon alle möglichen Themen verhandelt“, sagt die Produzentin Abele. Also nicht nur die üblichen Schul- und Liebesprobleme, sondern auch gröberes Kaliber – von der Teenager-Schwangerschaft bis Aids. Wichtiger sind ihr aber die kleinen Dramen des Alltags, das, was die jungen Zuschauer auch im wahren Leben beschäftigt. „Wir geben uns Mühe, möglichst realistisch zu sein“, sagt Abele.

In zwei, drei Wochen wollen der Caster Tobi, der Regisseur Nils, die Produzentin Abele und noch ein paar andere alle Castingbänder gesichtet und sortiert haben. Dann bekommen die Kinder eine Nachricht, ob sie zu weiteren Aufnahmen nach Erfurt eingeladen werden. Und wer am Ende eine der Hauptrollen ergattert, steht bereits in wenigen Wochen in Erfurt vor der Kamera. Schon manche Schauspielerkarriere hat so begonnen.
von Björn Wirth

Link: 800.Folge "SCHLOSS EINSTEIN": 1200 Kinder wollen aufs Schloss Einstein
Text: Berliner Zeitung / Björn Wirth

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen